Ratgeber

Was ist Tagesgeld?

Tagesgeld ist Geld auf einem verzinsten Konto, über das Sie jederzeit verfügen können. Anders als beim Festgeld gibt es keine Laufzeit und keine Kündigungsfrist. Dafür kann die Bank den Zinssatz jederzeit ändern.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Frau sitzt auf dem Sofa und nutzt Onlinebanking auf dem Smartphone

So funktioniert ein Tagesgeldkonto

Ein Tagesgeldkonto ist kein Konto für den Alltag. Sie können damit nicht im Geschäft bezahlen und meist keine Lastschriften oder Daueraufträge einrichten. Stattdessen ist es mit einem Referenzkonto verbunden, in der Regel Ihrem Girokonto. Geld überweisen Sie vom Girokonto auf das Tagesgeldkonto und zurück.

Die meisten Tagesgeldkonten sind kostenlos. Eine Mindestanlage gibt es selten. Manche Banken zahlen einen höheren Zins nur bis zu einem bestimmten Betrag.

Wie die Zinsen berechnet werden

Der Zinssatz wird pro Jahr angegeben, berechnet wird er aber auf den täglichen Kontostand. Gutgeschrieben werden die Zinsen je nach Bank monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Werden Zinsen häufiger gutgeschrieben, verzinsen sie sich schneller mit, das nennt man Zinseszins.

Ein Beispiel mit ausgedachten Werten: 10.000 € bei 2,0 % Zinsen im Jahr bringen nach einem Jahr rund 200 € Zinsen, vor Steuern. Wie Sie Zinsen selbst ausrechnen, zeigt die Seite Zinsen selbst berechnen.

Warum sich der Zins ändert

Der Tagesgeldzins ist variabel. Banken orientieren sich dabei oft am Leitzins der Europäischen Zentralbank. Der Einlagesatz der EZB lag ab dem 16. September 2026 bei 2,50 %. Steigt der Leitzins, heben viele Banken auch die Tagesgeldzinsen an, aber nicht alle und nicht sofort.

Viele Banken werben mit einem hohen Zins für Neukunden, der nur einige Monate garantiert ist. Danach gilt der normale, oft deutlich niedrigere Zins. Mehr dazu auf der Seite Tagesgeldzinsen verstehen.

Wie sicher ist Tagesgeld?

Guthaben auf Tagesgeldkonten sind durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Laut § 8 Einlagensicherungsgesetz sind 100.000 € je Kunde und Bank abgesichert. Bei Banken aus anderen EU-Staaten gilt die Einlagensicherung des jeweiligen Landes. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass diese nur so sicher ist, wie der Staat dahinter sie gewährleisten kann.

Zinsen und Steuern

Zinsen sind Kapitalerträge. Bis 1.000 € im Jahr bleiben sie steuerfrei, bei zusammen veranlagten Ehepaaren bis 2.000 €. Damit die Bank das berücksichtigt, erteilen Sie ihr einen Freistellungsauftrag. Für Erträge darüber behält die Bank 25 % Abgeltungsteuer ein, dazu Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Für wen sich Tagesgeld eignet

Tagesgeld eignet sich für Geld, auf das Sie schnell zugreifen möchten, etwa einen Notgroschen für unerwartete Ausgaben oder Erspartes für eine größere Anschaffung. Für Geld, das Sie längere Zeit nicht brauchen, kann Festgeld mit festem Zins eine Alternative sein. Den Vergleich finden Sie auf der Seite Tagesgeld oder Festgeld.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Girokonto?

Das Girokonto dient zum Bezahlen, das Tagesgeldkonto zum Sparen. Tagesgeld bringt Zinsen, Sie können damit aber nicht direkt bezahlen.

Kostet ein Tagesgeldkonto Gebühren?

In der Regel nicht. Prüfen Sie trotzdem das Preisverzeichnis der Bank.

Kann ich jederzeit an mein Tagesgeld?

Ja. Sie überweisen das Geld auf Ihr Referenzkonto, meist ist es am nächsten Bankarbeitstag dort.

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